Kriminalitätsvorbeugung für Senioren

Sicherheit für Senioren

In diesem Bereich finden Sie Informationen über: Gewalt gegen Senioren, Betrug zum Nachteil älterer Menschen: Der Enkeltrick, Kampagne gegen den Enkeltrick

 


LKA NRW und die Verbraucherzentrale NRW gehen zur Zeit gemeinsam gegen Veranstalter von betrügerischen Kaffeefahrten vor.

Durch Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit versuchen Polizei und Verbraucherschützer unseriösen Veranstaltern das Handwerk zu legen.Teil des Maßnahmenpaketes war eine gemeinsame Fachtagung für Polizei, Mitarbeiter der Gewerbe- und Ordnungsämter sowie Verbraucherschützer aus Nordrhein-Westfalen. Zahlreiche Experten informierten die Teilnehmer über aktuelle Möglichkeiten gegen unseriöse Anbieter von sogenannten Kaffeefahrten vorzugehen. 

Bürgerinnen und Bürger erhalten in dem Flyer Informationen über "Betrügerische Kaffeefahrten" und Tipps zum richtigen Verhalten.

PDF Icon Flyer Kaffeefahrten


Gewalt gegen Senioren

Seniorinnen und Senioren sind besonders von Betrügereien an der Haustür, Trickdiebstahl aus Wohnungen, Taschendiebstahl, Handtaschenraub und Raubdelikten aus Wohnungen betroffen. Körperverletzungen gegenüber Seniorinnen und Senioren sind eher im sozialen Nahbereich, hier in der häuslichen oder stationären Pflege bekannt.

Gewalt gegen Seniorinnen und Senioren ist eine Thematik, die immer stärker in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Die Befürchtung, Opfer von Kriminalität und Gewalt zu werden, ist bei dieser Altersgruppe nicht ausgeprägter als bei anderen.

Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen belegt jedoch, dass Seniorinnen und Senioren ungleich stärker unter den Folgen von Straftaten leiden als jüngere Menschen.

Über länger andauernde Ängste berichten lediglich 4,6% der unter 60-jährigen. Dagegen geben aber 20,9% der Älteren an, unter den Folgen von Straftaten zu leiden. Delikte mit Gewaltanwendungen werden somit von älteren Menschen im Vergleich zu jüngeren als wesentlich angstauslösender erlebt.

Einen Sonderfall nimmt das Thema "Gewalt im sozialen Nahraum" ein. Gewaltdelikte im innerfamiliären Bereich werden häufig als Privatsache betrachtet, und selten erhält die Öffentlichkeit Kenntnis davon. Wissenschaftliche Belege über dieses Phänomen liegen bis heute nicht vor.

Ziel der polizeilichen Kriminalprävention ist, die Anzahl der Straftaten gegen Seniorinnen und Senioren zu reduzieren, das Sicherheitsgefühl zu erhöhen und die Kriminalitätsfurcht zu senken.

Wenn Sie Fragen zu diesen Themenbereichen an die Polizei haben, lassen Sie sich von Ihrer Polizeidienststelle die telefonischen und/ oder persönlichen Erreichbarkeiten des Kommissariats Vorbeugung Ihrer Kreispolizeibehörde geben.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommissariate Vorbeugung leisten Hilfestellung und Tipps für ältere Menschen in Form von Veranstaltungen, persönlichen Beratungen oder durch verschiedene Medien an.

Literatur zum Thema      

Bonner Schriftenreihe "Gewalt im Alter" der Bonner Initiative gegen "Gewalt im Alter", Handeln statt Misshandeln ( HsM)

Sie bietet allen in der Altenarbeit Tätigen, Wissenschaftlern, Praktikern und an der Thematik Interessierten die Möglichkeit, sich über den neuesten Stand der Forschung und der Aktivitäten zu diesem Themenbereich sachkundig zu machen.

Band 1: Aggressions- und Gewaltphänomene in der Altenarbeit
Band 2: Untersuchungen zur Gewalt gegen alte Menschen
Band 3: Prävention von Gewalt gegen alte Menschen: Im häuslichen Bereich und in Einrichtungen
Band 4: Gewalt gegen pflegebedürftige alte Menschen in Institutionen: Gegen das Schweigen
Band 5: Wege aus der Gewalt: Notruftelefone, Beschwerdestellen, Krisenberatungs- und -interventionsangebote für alte Menschen und deren Helfer in der Bundesrepublik Deutschland
Band 6: Gewalt gegen alte Menschen in der Familie
Band 7: Aggression im Alter
Band 8: Lebensqualität in der Pflege: Garantiert durch neue Gesetze?
Band 9: Anspruch und Realität der rechtlichen Betreuung

Die einzelnen Bände können im Buchhandel oder direkt bei
Handeln statt Misshandeln (HsM) Bonner Initiative gegen Gewalt im Alter e.V.
Goetheallee 51
53225 Bonn
Telefon: 0228 636322
Telefax: 0228 536331
E-mail: info@hsm-bonn.de
bestellt werden.

Broschüre Der goldene Herbst

Broschüre: Der goldene Herbst

Thema: So schützen Sie sich im Alter

DIN A5, 32 Seiten

Die neu aufgelegte farbige Broschüre unter dem Titel "Der goldene Herbst" bietet einfache, aber wirkungsvolle Tipps zu Sicherheitsvorkehrungen gegen Trickdiebe und -betrüger an der Wohnungstür. Darüber hinaus wird die verbraucherfreundliche Gesetzeslage bei Haustürgeschäften erläutert und zu aktiver Nachbarschaftshilfe ermutigt. Für die Sicherheit unterwegs hält der Band wertvolle Ratschläge zum Schutz vor Taschen- und Trickdieben wie etwa "Taschenträgern", vor Handtaschen- und Straßenräubern sowie vor Rowdies in öffentlichen Verkehrsmitteln bereit. Die Tücken der beliebten "Kaffeefahrten" werden ebenso erläutert wie Hinweise, wie man sich als Zeuge einer Straftat in der Öffentlichkeit zu verhalten hat.


Betrug zum Nachteil älterer Menschen: Der Enkeltrick

"Rate mal wer am Telefon ist?" "Bist du es Klaus?" "Ja. Ich habe ein Problem. Mein Auto ist kaputt gegangen, brauche jetzt dringend ein Neues und ich kann jetzt sehr günstig eins bekommen. Ich bin aber gerade nicht flüssig..." Die Täter rufen ältere Menschen an und behaupten, Verwandte oder gute Bekannte zu sein, oft - daher kommt der Name "Enkeltrick" - melden sie sich als Enkelkind. Sie täuschen eine akute Notlage vor und bitten um hohe Geldbeträge. Da sie angeblich nicht selber kommen können, soll jemand anderes das Geld abholen.

So oder ähnlich kann ein Gespräch beginnen, bei dem Betrüger mittels des Enkel- oder Verwandtentricks hohe Bargeldbeträge von älteren Menschen ergaunern. Die Anrufer erhöhen den psychischen Druck auf die Opfer im Laufe des Telefonats immer mehr und bitten die älteren Menschen um Verschwiegenheit.

In vielen Fällen haben die Geschädigten, da sie unbedingt helfen wollten, hohe Geldbeträge bei ihrem Geldinstitut abgehoben und sie einer fremden Person ausgehändigt, die sich nur mit einem im Telefonat vereinbarten Kennwort als Berechtigte auswies.

Wenn Sie selbst einen solchen Anruf erhalten:

  • Prüfen Sie, ob Sie wirklich mit Ihrem Verwandten gesprochen haben:
  • Rufen Sie selbst Ihren Verwandten oder Angehörigen unter der Ihnen bekannten Telefonnummer zurück.
  • Geben Sie niemals fremden Personen Bargeld.
  • Sprechen Sie mit einer Ihnen vertrauten Person oder der Kundenberaterin/dem Kundenberater Ihres Geldinstituts über den Vorfall.
  • Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Sie den Verdacht haben, dass etwas nicht stimmen könnte.
        

Als Angehöriger oder nahestehende Person von älteren Menschen:

Informieren Sie Ihre Angehörigen über diese Art des Betrugs und händigen Sie ihnen unser Merkblatt  zum Enkeltrick aus. Vereinbaren Sie mit Ihren Angehörigen bei solchen oder ähnlichen Telefongesprächen, auf jeden Fall erst mit Ihnen zu sprechen bzw. die Polizei anzurufen.


Kampagne gegen den Enkeltrick

Gemeinsam mit der Stadtsparkasse Düsseldorf startet das Landeskriminalamt NRW diese Kampagne, um speziell ältere Menschen davor zu schützen, Opfer von Betrügern zu werden. Kern der Kampagne ist die aktive Aufklärung von Seniorinnen und Senioren direkt an den Schaltern aller Geschäftsstellen der Stadtsparkasse Düsseldorf über die Vorgehensweise der Enkeltrick-Betrüger.

Ab März 2009 beginnen die Stadtsparkasse Düsseldorf und das Präventionsdezernat des Landeskriminalamtes NRW die Kampagne "Enkeltrick". In allen Geschäftsstellen der Stadtsparkasse Düsseldorf werden Themenplakate und Faltblätter zur Verhinderung des so genannten „Enkeltricks“ aushängen. Allein in 2008 wurden der Polizei in Nordrhein-Westfalen 272 versuchte und 52 vollendete Taten mit einem Schaden in Höhe von 548.580 Euro bekannt.

Seit fast zehn Jahren wird das Phänomen des „Enkeltricks“ bundesweit polizeilich registriert. Die Täter betrügen überwiegend Seniorinnen und Senioren um ihre Ersparnisse. Die Opfer geben sich oft selbst die Schuld an dem erlittenen Schaden und scheuen davor zurück, bei der Polizei Anzeige zu erstatten.

„Mit der gemeinsamen Aktion gelingt es uns, Verhaltenshinweise zielgerichtet und persönlich an potenzielle Opfer weiter zu geben und sie zu warnen“, sagt Wolfgang Gatzke, Direktor des Landeskriminalamtes NRW. „Wir wissen, dass diese Form des Trickbetruges die Geschädigten nachhaltig verunsichert und wollen sie deshalb besonders schützen. Trotz der intensivierten Aufklärungsarbeit der polizeilichen Vorbeugungsdienststellen und einem damit verbundenen Rückgang der Taten werden immer noch zu viele ältere Menschen Opfer dieser Art des Betruges“, erläutert LKA-Chef Gatzke die derzeitige Situation in NRW.

Die Täter recherchieren in elektronischen Telefonregistern nach alterstypischen Vornamen und geben sich den Angerufenen gegenüber als deren Kinder oder Enkelkinder aus. Sie schildern eine vorgetäuschte finanzielle Notlage und bitten um einen Geldbetrag. Mit wiederholten Argumenten wie „Du hast mich doch lieb, Omi!“ oder „Du musst mir doch helfen!“ wird an die Hilfsbereitschaft der Opfer appelliert und ein emotionaler Druck von den Tätern aufgebaut. Erklärt sich das Opfer bereit zu helfen, wird ein Bote angekündigt, der sich mit einem vereinbarten Kennwort ausweist und das Geld abholt. Zuvor heben die Opfer in vielen Fällen das oft mühsam ersparte Geld bei ihrem Geldinstitut von ihrem Konto ab.

„Wo wäre Aufklärungsarbeit zum Enkeltrick besser angesiedelt als in einer Bank? Wir sind froh, mit einer zielgerichteten Kommunikation in unseren Geschäftstellen einen Beitrag zum Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger, unserer Kunden zu leisten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind über die Kampagne informiert und werden aktiv auf den Enkeltrick-Betrug hinweisen“, so Peter Fröhlich, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Düsseldorf.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Stadtsparkasse Düsseldorf.

 

Trickdiebstahl/-betrug - Präventionsmaßnahmen 

Hohe Schauspielkunst oder doch kriminelle Kreativität? Wenn bei den verschiedensten Varianten des Trickdiebstahls/-betrugs die Täter in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen. Die Angst vor Gewalttaten auf der Straße, insbesondere in großstädtischen Ballungsräumen, ist bei vielen - zumal älteren - Menschen stark ausgeprägt. Das Risiko gerade dort Opfer einer Straftat ist jedoch relativ gering. Sie werden insgesamt häufiger in ihren Wohnungen bestohlen oder betrogen als auf der Straße überfallen. Erstes Ziel aller Trickdiebe und -betrüger an der Haus-/Wohnungstür: Sie wollen eingelassen werden, damit sie mit dem Opfer allein sind. So brauchen sie keine Zeugen und keine Hilfe für das Opfer zu befürchten.

Beim Trickdiebstahl/-betrug lassen sich alle bekannten Täterarbeitsweisen auf drei Grundmuster

PDF Icon Vortäuschen einer Notlage, die scheinbar einer Hilfeleistung oder Unterstützung durch das Opfer in der Wohnung erfordert.

PDF Icon Vortäuschen einer amtlichen Eigenschaft, die den Täter scheinbar zum Betreten der Wohnung berechtigt, und

PDF Icon Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer, die eine Einladung zum Betreten der Wohnung nahe legt.

 

 

Pressekontakt:

Landeskriminalamt NRW: Frank Scheulen
Erster Kriminalhauptkommissar
Sachgebietsleiter ZA 3.3/Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0211 939-7330/-7331; Fax: 0211 939-7339
pressestelle.lka@polizei.nrw.de

Stadtsparkasse Düsseldorf: Joëlle Bettzuege
PR/Vorstandssekretariat
Telefon: 0211 878-1764; Fax: 0211 878-1237
joelle.bettzuege@sskduesseldorf.de

 

 

 

 

 

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