Kriminalstatistik 2008

Rückgang der Straßenkriminalität um 10 % - erstmals seit sechs Jahren wieder deutlicher Anstieg der Wohnungseinbrüche - Ermittllungsschwerpunkte künftig insbesondere bei Kfz- und Wohnungseinbruch sowie bei Jugendkriminalität und gewalttätigen Handlungen im öffentlichen Raum

Kriminalstatistik 2008

Nachdem wir im letzten Jahr einen doch erheblichen Rückgang der Straftaten von knapp 15% verzeichnen konnten, hatte ich Sorge, dass die Gesamtzahl der Straftaten in diesem Jahr wieder ansteigen könnte. Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass meine Sorge unbegründet war; wir haben den guten Stand des letzten Jahres halten können.

Für das Jahr 2008 weist die Kriminalstatistik insgesamt 74.396 Straftaten aus. Im Vergleich zum Vorjahr (74.456) ist die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten um 60 Fälle gesunken.

Damit sind wir auf dem niedrigsten Stand seit 7 Jahren.

Das ist die erste positive Botschaft.

Eine zweite positive Botschaft ergibt sich daraus, dass wir die Delikte, die unter dem Begriff “Straßenkriminalität“ zusammengefasst werden (Seite 20), von 25.962 auf 23.318, also um 10% verringert haben.

Diese Feststellung ist für mich deshalb wichtig, weil unter dem Begriff der “Straßenkriminalität“ Delikte zusammengefasst werden, die den Bürger besonders belasten und die deshalb von der Öffentlichkeit bzw. den Medien besonders wahrgenommen werden und die das Sicherheitsgefühl der Menschen
in unserer Stadt in hohem Maße beeinflussen; ich hatte deshalb bereits im letzten Jahr betont, dass mir eine Senkung gerade dieser Zahlen besonders am Herzen liegt.

Einen wesentlichen Anteil an dieser positiven Entwicklung hat der Rückgang der Diebstähle aus Kraftfahrzeugen: hier konnten die Fallzahlen von 10.571 auf 8.203, also um fast 23% bei gleichzeitiger Verbesserung der Aufklärungsquote gesenkt werden.

Auch wenn es immer schwer ist, die Ursache für eingetretene positive Entwicklungen auf konkrete Maßnahmen zurückzuführen, so glaube ich in diesem Fall doch, dass sich die Einrichtung einer Ermittlungskommission, in der speziell ausgebildete Beamte arbeiten, die sich mit dem Delikt befassen und gezielt gegen „Automarder“ (Kfz-Intensivtäter) vorgehen, sowie die zahlreichen präventiven Maßnahmen ausgezahlt haben, auch wenn dieses Deliktsfeld auf hohem Niveau bleibt.

Natürlich enthält die Kriminalstatistik 2008 auch negative Entwicklungen.
Am gewichtigsten im Sinne von bürgerbelastender Kriminalität ist der nicht unerhebliche Anstieg der Wohnungseinbrüche von 1.644 Delikten im Jahr 2007 auf nunmehr 1.950 Delikte im Jahr 2008; das ist ein Anstieg um 306 Delikte oder knapp 18%.

Hier ist die sehr positive Entwicklung der letzten 6 Jahre unterbrochen worden. Auch wenn wir mit den Einbrüchen des Jahres 2008 noch deutlich unter dem Höchststand der Einbrüche des Jahres 2003 liegen, ist dies als besondere Herausforderung für uns anzusehen. Wir werden deshalb alle Anstrengungen unternehmen und schöpfen alle kriminaltaktischen Möglichkeiten aus, um Wohnungseinbrüche aufzuklären und zu verhindern.

Die Vorstellung der Kriminalstatistik des abgelaufenen Jahres gibt mir auch in diesem Jahr Veranlassung, die kriminalpräventiven Schwerpunkte der Polizeibehörde Düsseldorf für das nächste Jahr transparent zu machen:

1. Der festgestellte Zuwachs gewalttätiger Handlungen im öffentlichen Raum, der vor allem in der Altstadt besonders spürbar ist und der auch vor den Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten keinen Halt macht, ist nicht hinnehmbar. Dem werden wir durch Bündelung von Kräften an erkannten Brennpunkten mittels Präsenzkonzeptionen konsequent entgegenwirken. Das Bemühen, zusammen mit unseren Sicherheitspartnern in der Stadt an einer Verbesserung der Rahmenbedingungen zu arbeiten, soll fortgesetzt werden.

2. Eine weitere Schwerpunktsetzung wird die Bekämpfung des Diebstahls aus Kraftfahrzeugen sowie des Wohnungseinbruchsdiebstahls sein. Die Fallzahlen des Diebstahls aus Kraftfahrzeugen konnten zwar in erfreulicher Weise im letzten Jahr erheblich reduziert werden. Sie bleiben jedoch auf einem nicht hinnehmbaren Niveau, so dass wir die eingeleiteten Maßnahmen fortführen werden. Ein besonderes Augenmerk werden wir dem Wohnungseinbruch widmen, der bei den Betroffenen einen besonders nachhaltigen Eingriff in die Privatsphäre darstellt. Über einzuleitende Maßnahmen, Tätertypologie und Phänomenologie wird Ihnen Herr Schneider im Anschluss noch einiges sagen.

3. Auch im Jahr 2009 wird die Bekämpfung der Jugendkriminalität einen Schwerpunkt unserer Arbeit ausmachen. Insofern sind wir mit den neu geschaffenen und erfolgreich arbeitenden Strukturen zusammen mit unseren Partnern auf einem guten Weg. Vor allem die Fallkonferenzen und auch das “Gelbe Karte Verfahren“ haben sich bewährt und sollen fortgeführt bzw. ausgebaut werden.

Ich bedanke mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre engagierte Arbeit im Rahmen der Kriminalitätsbekämpfung. Ebenfalls bedanke ich mich bei unseren Partnern, die uns in Netzwerken oder in Fachgruppen eng und vertrauensvoll unterstützt haben. Mein Dank gilt auch dem Innenministerium, das unsere Schwerpunktarbeit durch die Bereitstellung von Verstärkungskräften, die unsere gezielte Arbeit noch effektiver machen, unterstützt hat und weiter unterstützen wird.

Herbert Schenkelberg
Polizeipräsident


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