Innenminister bei der Eröffnung des ZeBus

Neues Zentrum für ethische Bildung und Seelsorge

Innenminister Jäger unterzeichnet bei Eröffnungsfeier Trägervereinbarung mit katholischer und evangelischer Kirche - Starkes Zeichen für die gute Zusammenarbeit

Ein „starkes Zeichen für die gute Zusammenarbeit von Staat und Kirche“ sieht NRW-Innenminister Ralf Jäger in dem „Zentrum für ethische Bildung und Seelsorge in der Polizei NRW“ – kurz ZeBuS – am LAFP-Bildungszentrum in Selm.

Im Rahmen einer Eröffnungsfeier unterzeichneten Jäger und  hochrangige Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche dafür am 26. November 2014 eine Trägervereinbarung.

„Mir ist wichtig, dass wir unsere Beamtinnen und Beamten bei persönlichen Belastungen nicht allein lassen“, betonte Jäger. Die Polizeiseelsorge leiste dabei, ebenso wie die psychosozialen Unterstützungsteams, weitreichende Hilfestellung.

Das ZeBuS soll Schnitt- und Koordinierungsstelle zwischen operativer Polizeiarbeit und polizeilicher Fortbildung werden. Das berufsethische Zentrum der NRW-Polizei ist quasi „Dienstleistungsagentur“ mit vielseitigen Angeboten für Polizeibedienstete und Polizeiseelsorger im Auftrag der Kirchen.

Die Idee dazu entstand im Jubiläumsjahr 2012, als die fünfzigjährige Partnerschaft von Staat und Kirche in den Aufgabenfeldern Polizeiseelsorge und berufsethischem Unterricht durch den 1962 geschlossenen Staatsvertrag gefeiert wurde.

Der Direktor LAFP NRW Dieter Schmidt beschrieb im Rahmen der Feier die Werteorientierung in der Polizei als Fundament für die Wege zur Problemlösung, „Berufsethik soll helfen, den Kompass für mögliche Wege lesen zu können“, so Schmidt. Nach extrem belastenden Erfahrungen und in polizeilichen Krisensituationen benötigten Polizisten professionelle Unterstützungsangebote, die auch seelsorglich geprägt sein können.

Kaum ein anderer Beruf verlangt es von einem Menschen, täglich derart wichtige Entscheidungen zu treffen. Diese Entscheidungen sind oft weitreichend, sie sind einschneidend. Und manchmal müssen sie in Sekundenbruchteilen getroffen werden“, sagte der Innenminister. Das berufsethische Zentrum bedeute gleichzeitig „Wertschätzung für die wichtige Arbeit, die unsere Seelsorgerinnen und Seelsorger in der Aus- und Fortbildung leisten; für das offene Ohr, das sie unseren Beamtinnen und Beamten vor, während und nach den Einsätzen, aber auch in anderen Belastungssituationen anbieten.“

Die Eröffnung des ZeBuS reiht sich ein in die Entwicklung einer Serie von, auf die polizeiliche Praxis ausgerichteten, Ethikprojekten im LAFP NRW. Dabei wurden u. a. ganz neue Formate und entsprechend ausgerichtete Lernorte für Polizisten entwickelt:

Der „Grenzgang“ in Selm

Im ethischen Zentrum im LAFP Selm gibt es den „Grenzgang“, in dem in vier Räumen die Themenfelder Umgang mit Randgruppen in der Gesellschaft, Polizei und Gewalt, Polizei in Extremsituationen und Umgang mit Sterben und Tod behandelt werden. Die 2012 eröffnete Ausstellung hat inzwischen eine hohe Anerkennung weit über die Grenzen NRWs hinaus gewonnen und kann nach Terminabsprache von interessierten Gruppen besucht werden (Email: grenzgang.lafp@polizei.nrw.de).

Der „PolizeiKulturRaum“ in Schloß Holte-Stukenbrock

Der „PolizeiKulturRaum“ im LAFP NRW in Schloß Holte-Stukenbrock wurde zum Begreifen der Geschichte und der Entwicklung der Polizei unter ethischen Maßstäben entwickelt. Ziel ist dabei eine Identifikation mit dem Berufsbild eines Polizisten und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Wertmaßstab und Selbstverständnis. Die Ausstellung befindet sich im Aufbau. Auch für interessierte Bürger wird sich ein Besuch lohnen.

„menschenBILDer“ in Brühl

Die Ausstellung „menschenBILDer“ im LAFP NRW in Brühl ist ein berufsethischer Erfahrungsraum, der mit allen Sinnen erlebt werden kann. Auf einem Erlebnispfad mit neun Stationen wird auf interaktive Weise ein Perspektivwechsel provoziert mit dem Ziel der persönlichen Standpunktbestimmung. Die Ausstellung befindet sich im Aufbau. Auch für interessierte Bürger wird sich ein Besuch lohnen.

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