Logo Bekämpfung Taschendiebstahl

Augen auf und Tasche zu

Langfinger sind immer unterwegs

Unter diesem Motto steht die durch das Landeskriminalamt NRW initiierte Kampagne zur Bekämpfung des Taschendiebstahls. Die Kampagne startete im Spätsommer 2014 mit einer Aktionswoche und mehreren Schwerpunkttagen in verschiedenen Kreispolizeibehörden. Die Polizei des Rhein-Sieg-Kreises beteiligte sich an den konzipierten Maßnahmen und konnte so in der Schwerpunktwoche sogar ein Trio von Diebinnen auf frischer Tat festnehmen. Das Konzept des Landeskriminalamts wird auch in 2015 von der Polizei Rhein-Sieg fortgesetzt. Ein wesentlicher Bestandteil der Aktionskampagne ist die Vorbeugung, mit dem Hauptaugenmerk darauf, dass durch einfache Verhaltensänderungen die Gefahr Opfer zu werden erheblich reduziert werden kann.

Um sein eigenes Verhalten zu ändern ist es zunächst wichtig zu wissen: Wie gehen die Diebe vor und wo schlagen sie bevorzugt zu?
Für den Zuständigkeitsbereich der Polizei Rhein-Sieg stellen die Fußgängerzonen der Städte Siegburg und Troisdorf einen Schwerpunkt in Bezug auf Taschendiebstahl dar. Mit Abstand folgt die Stadt Sankt Augustin, wobei hier Einkaufsmärkte bevorzugte Tatorte darstellen. Die anderen Städte und Gemeinden im Zuständigkeitsbereich folgen dann mit deutlich kleineren Fallzahlen.
Die bevorzugten Tatörtlichkeiten der Taschendiebe liegen erwartungsgemäß dort, wo sich viele Menschen aufhalten, Täter kaum auffallen und Opfer leicht abgelenkt werden, also innerhalb von Geschäften und Einkaufszentren. Sie machen auch bei der lokalen Betrachtung den größten Anteil aus. Viele Diebstähle geschehen aber auch auf offener Straße. Genauso viele Taschendiebstähle wie auf der Straße ereigneten sich in öffentlichen Verkehrsmitteln bzw. an den jeweiligen Haltestellen. Auch hier nutzen die Täter das Gedränge zum Diebstahl aus. Weitere bevorzugte Orte sind Großveranstaltungen oder Lokale.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Diebe Örtlichkeiten suchen, an den viele Menschen zusammenkommen und Gedränge herrscht. In der Menge fallen die Diebe und die Taten nicht auf. Die Opfer sind in der Regel durch den jeweiligen Charakter der Örtlichkeit (Veranstaltung, Einkauf, usw.) abgelenkt.

Wie gehen die Täter vor? Zumeist gehen Taschendiebe in Teams von mehreren Tätern vor. Oftmals lenkt ein Täter das Opfer ab, ein Anderer „zieht“ die Beute, weitere Mittäter decken die Tat und nehmen das Diebesgut an sich. So wird an Engstellen wie Eingangstüren, auf Rolltreppen oder beim Einsteigen in Bus und Bahn durch einen Täter ein zusätzlicher Engpass verursacht. In der Menschtraube befindet sich der Dieb, greift zu und reicht die Beute nach hinten an einen weiteren Täter weiter.

Auch werden Notlagen vorgetäuscht oder die Täter geben sich hilflos, wobei Verständigungsprobleme in der Regel den Eindruck verstärken. Das Repertoire der Diebe ist äußerst umfangreich, fast täglich werden neue Finessen bekannt.

Auch regionale Besonderheiten sind erkennbar. So wird in Städten mit ausgeprägtem Nachtleben das Phänomen „Antanzen“ als eine neue Art der Tatbegehung beobachtet. Passanten werden von vorwiegend Nordafrikanern in Augenscheinlich freudiger „Party“-Stimmung umtanzt und umarmt. Anschließend fehlen Handy oder Portemonnaie. Eine Variation davon ist der „Ronaldo-Trick“, bei dem der Täter mit einem imaginären Ball dribbelt und so das Opfer ablenkt.

Bevorzugte Beute der Langfinger sind vor allem Bargeld, Geldkarten, Smartphones und Tablets. Oftmals ist der materielle oder auch ideelle Schaden weitaus höher als der Wert des eigentlich gestohlenen Gegenstandes. Bei einer gestohlenen Geldbörse mit Ausweis, Führerschein und Fahrzeugpapieren kommen auf das Opfer in der Regel weitere Kosten von rund 150,- Euro für die Ersatzausstattung hinzu. Die verlorene Freizeit die man für die Wiederbeschaffung aufwenden muss, nicht mitgerechnet.

Kredit- und EC-Karten bieten den Täterinnen und Tätern weitere Möglichkeiten Beute zu generieren. Die Polizei stellt bedauerlicherweise immer wieder fest, dass Geschädigte Bankkarte und Persönliche Identifikationsnummer (PIN) zusammen aufbewahrt hatten. Häufig sind die Konten der Bestohlenen von den Dieben bereits leergeräumt worden, bevor die Opfer die Tat überhaupt bemerkt haben. Umso wichtiger ist es, gestohlene Bankkarten sofort über den Zentralruf Kartensperre (Telefon 116 116) oder Ihre Hausbank sperren zu lassen. Anschließend sollten die Opfer umgehend eine Polizeidienststelle aufsuchen und dort eine Anzeige erstatten. Die Beamten können dann die gestohlene Karte für das Lastschriftverfahren sperren. Das sogenannte KUNO Verfahren sperrt die Karte für das Bezahlverfahren, bei denen keine PIN abgefragt wird, sondern lediglich eine Unterschrift im Geschäft geleistet wird. Bitte beachten Sie: Dass die KUNO Sperrung ausschließlich durch die Polizei durchgeführt wird. Bei einer Sperrung über den Zentralruf oder über Ihre Hausbank ist das Lastschriftverfahren mit der gestohlenen Karte weiterhin möglich.

Bei Smartphones und Tablets geraten unter Umständen private Daten wie Fotos oder Kontaktdaten in die Finger von Fremden. Bei unregelmäßiger Datensicherung sind diese Daten unwiderruflich verloren. Die missbräuchliche Nutzung dieser Daten mal völlig außen vorgelassen.
Dabei ist es ein Leichtes sein eigenes Diebstahlsrisiko zu verringern:

  • Tragen Sie Geldbörsen, Smartphones oder andere Wertgegenstände eng und sicher am Körper
  • Kontrollieren Sie ihre Handtasche, den Rucksack oder das Gepäck,  halten Sie dieses im Auge und verschließen Sie das Behältnis nach Gebrauch
  • Verzichten Sie bewusste auf das Mitführen nicht benötigter Wertgegenstände

Weitere Präventionstipps erhalten Sie unter https://www.polizei.nrw.de/media/Dokumente/TaDie_PraeventionsTipps.pdf

Die Bundespolizei stellt neben weiteren Präventionstipps einen Film im Internet bereit, in dem in beeindruckender Weise dargestellt wird, wie Taschendiebe bei der Arbeit vorgehen:

Infoseite der Bundespolizei
 

Polizeibeamter mit Headset

Kontakte

Hier finden Sie die lokalen Ansprechpartner der Behörde

Presse

aktuelle Pressemeldungen

Hier finden Sie die lokalen Pressemeldungen der Behörde

Landeskampagnen

© Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW