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Hochkonjuktur bei den Sachbearbeitern im Bereich Waffenrecht
Alle hatten mehr oder minder große Päckchen unter dem Arm. So genannte Langwaffen, vom einfachen Luftgewehr bis hin zu doppelläufigen Schrotgewehren oder einem Karabiner 98, Herstellungsjahr 1937, landeten auf den Schreibtischen der drei Mitarbeiter. Die gleiche Bandbreite an abgegebenen Waffen war auch bei Revolvern oder Pistolen anzutreffen. Alle Kaliber und alle Fabrikate stapelten sich in den Büros. Neben den eigentlichen Waffen gaben die Bürger auch gleich kartonweise Munition mit ab. Insgesamt wurden 1.060 Waffen abgegeben.
Bei den bisherigen Eigentümern handelte es sich um Erben, rechtmäßige Besitzer von Waffen, zum Beispiel Sportschützen oder Jäger, aber auch Personen, die die Waffen „noch in der Ecke stehen hatten“.
Die auf den ersten Blick hohe Zahl der abgegebenen Schusswaffen erklärt sich aus dem Umstand, dass im Kreis Steinfurt etwa 9.500 Waffenbesitzer mit insgesamt rund 35.000 Waffen registriert sind. Trotzdem waren auch die Waffensachbearbeiter einigermaßen überrascht, was für ein Andrang gerade in den letzten Wochen der Amnestie herrschte.
Alle Gegenstände wurden akribisch registriert sowie aufgelistet und, wie es im guten Amtsdeutsch heißt „einvernahmt“. Aus dem gesichterten Waffenkeller werden sie demnächst zu einer Zentralstelle nach Selm-Bork gebracht. Von dort wird die Vernichtung aller Waffen geregelt.
Nähere Information finden Sie auch in unserem ersten Artikel zum Thema: Waffenamnestie

