Auslieferung der neuen Dienstpistolen ab Januar 2006

Zweimal musste die Auslieferung verschoben werden, aber jetzt ist es so weit: Im Januar 2006 beginnt die landesweite Auslieferung der neuen Polizeipistole Walther P 99 DAO mit neuem Ausrüstungsgürtel und neuem Sicherheitsholster.

Die neue Dienstpistole wird jetzt kommen. Das Ziel ist erreicht, der Weg war aber schwierig. Trotz abgeschlossenem Vergabeverfahren hatte ein Mitbewerber im Mai 2005 erneut rechtliche Schritte gegen die Beauftragung der Pistole angedroht. Dies führte zu einer weiteren Verschiebung der landesweiten Einführung sowie zu einer Verzögerung bei der Beauftragung der Holster. Zwischenzeitlich haben sich die Firma Walther und der Mitbewerber außergerichtlich geeinigt, sodass der Auslieferung, nun auch mit Registrierchip, nichts mehr im Wege steht.

Im Sommer dieses Jahres wurden das Sicherheitsholster und die zivilen Gürtel und Schulterholster ausgeschrieben. Nach Prüfung der Angebote musste die ursprüngliche Idee, den Kolleginnen und Kollegen zwei unterschiedliche Modelle von Sicherheitsholstern zur Auswahl zur Verfügung zu stellen, aufgegeben werden. Nur das Sicherheitsholster von Safariland hat sich als geeignet herausgestellt. Zwei Sicherungen, eine Außensicherung und eine Innensicherung, bieten einen höchst möglichen Schutz gegen unberechtigter Entnahme oder gegen Herausfallen. Dennoch ist ein schneller Waffenzugriff gewährleistet. Ein mitgelieferter Steg sorgt zudem für einen verbesserten Tragekomfort im Streifenwagen. Als Gürtelholster wurde ein Holster der Firma Bianchi, ebenfalls mit einer neuartigen Sicherung, ausgewählt und als Schulterholster ein Holster der Firma AKAH.

In der 4. Kalenderwoche 2006 beginnt die landesweite Einführung. Um praktische Erfahrungen beim Einführungsprozess sammeln zu können, findet zuvor ein einwöchiger Probelauf in der Kreispolizeibehörde Rhein-Erft-Kreis statt. Zielgruppe in der ersten Phase sind die Kolleginnen und Kollegen des Wachdienstes, der Einsatztrupps, der Krad- und Diensthundestaffeln sowie der Verkehrsdienste. Alle übrigen Kolleginnen und Kollegen, so auch die in den Ermittlungsdiensten und Bezirksdiensten, wer- den erst in einer zweite Phase Ende 2006 bzw. im Jahresverlauf 2007 ausgestattet. Die Ausrüstung der Kolleginnen und Kollegen der Bereitschaftspolizei erfolgt erst nach der Fußball-WM 2006. Die Auslieferung erfolgt landesweit in regelmäßigen Teillieferungen, wobei der Umfang der Teillieferungen abhängig von der Beschulungskapazität in der Behörde ist. Zur Gewährleistung eines reibungslosen Ablaufs ist es erforderlich, dass die Kreispolizeibehörden jeweils zwei Personen als so genannte „Koordinatoren“ benennen, die den Einführungsprozess in ihren Behörden organisieren. Das IAF NRW hat ein Beschulungskonzept entwickelt und dafür umfassende Schulungsunterlagen zusammengestellt. Diese werden den Behörden digitalisiert auf einer CD-ROM zur Verfügung gestellt. Die Schulungsdaten und -informationen können in das behördeneigene Intranet eingestellt werden, sodass sie jederzeit den Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung stehen. Im Rahmen einer halbtägigen Schulung werden die Kolleginnen und Kollegen durch ihre örtlichen Trainerinnen bzw. Trainer theoretisch und praktisch mit der Handhabung von Pistole, Gürtel und Holster vertraut gemacht. Das Schießtraining endet mit dem erfolgreichen Absolvieren einer landeseinheitlichen Übung („LÜHT 2“). Danach erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer „ihre“ Pistole, den Ausrüstungsgürtel und das Sicherheitsholster.

So die dienstliche Notwendigkeit besteht, werden auch zivile Gürtel- und Schulterholster ausgegeben. Die neue Pistole wird persönlich zugewiesen, sie behalten sie bis zum Ausscheiden aus dem Dienst. Der übliche Pistolenwechsel bei einer Versetzung entfällt somit. Mit der neuen Pistole, in Kombination mit einem neuartigen Sicherheitsholster und einem neuen Ausrüstungsgürtel, wird eine Ausstattung geliefert, die dem neuesten Stand der Technik entspricht. Neue Sicherheitstechniken, wie z. B. der DAO Abzug, die auf die waffenführende Person anpassbaren Griffstücke, die Ladezustandserkennung und die doppelte Sicherungen im Holster, führen zu einem deutlichen Zugewinn an Sicherheit über den bereits bestehenden hohen Sicherheitsstandard hinaus. Die erhöhte Magazinkapazität führt zudem zu einer verbesserten Handhabungssicherheit in kritischen Gefahrenlagen, wie. z. B. bei Amoklagen. Die neue Ausstattung ist damit ein zusätzlicher Baustein für eine moderne und professionelle Polizei NRW.

Das Projekt „ERNST“

Nach nunmehr über 25 Jahren hat die alte Standarddienstpistole P 6, die von der Firma Sig Sauer gefertigt wurde, ausgedient. Sie wird mit der Beschaffung der neuen Dienstpistole P 99 DAO der Firma Walther „in den Ruhestand“ gehen. Die neue Waffe musste deshalb beschafft werden, weil die Produktion der mittlerweile technisch veralteten P 6 auf dem zivilen Markt eingestellt worden war. Ausschlaggebend für die Entscheidung zur Neubeschaffung war aber auch, dass eine neue modernere Pistole ein Mehr an Sicherheit im täglichen Dienst bedeutet. Von Anfang an war klar, dass die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten über ihr tägliches Einsatzgerät mitentscheiden dürfen. So wurde ein umfassender Trage- und Schießversuch durchgeführt, bei dem 242 Kolleginnen und Kollegen 13 unterschiedliche Pistolenmodelle auf „Herz und Nieren“ testeten. Auf Grundlage ihrer Bewertungsergebnisse wurde schließlich ein Anforderungsprofil für die neue Standardpistole der Polizei NRW erstellt, das dann in die Ausschreibung einfloss. Organisiert wurde die Beschaffung durch das Projekt ERNST, an dem viele fachkundige Kolleginnen und Kollegen aus den Polizeibehörden und -einrichtungen Nordrhein-Westfalens beteiligt waren. Die Bezirksregierung Köln wurde durch das Innenministerium mit der Leitung des Projektes beauftragt. Von Anfang an hat das Projekt ERNST die interne Öffentlichkeitsarbeit in sein Projekt einbezogen. Beispielhaft wurden so die Kolleginnen und Kollegen in den Polizeibehörden und -einrichtungen auf dem Laufenden gehalten. Allein fünf Streife-Artikel seit Beginn des Projektes sowie Beiträge in den Mitarbeiterzeitungen, Internet- und Intranetauftritten von Behörden und Einrichtungen haben für eine kontinuierliche Information gesorgt und Tranparenz in die letztliche Entscheidung vermittelt. Mehr Informationen zum Projekt ERNST finden Sie im Internet der Polizei NRW unter www.polizei.nrw.de oder direkt beim Projekt:

mailto:projekt-ernst-dez25@bezreg-koeln.nrw.de


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